Kesselhaus

Hamburg, 2018 –

Sanierung und Umbau Dachgeschoss

Der Gebäudekomplex wurde von 1886 bis 1887 nach Plänen des Architekten Franz Andreas Meyer als Kesselhaus für die gesamte Speicherstadt errichtet – bestehend aus einem dreigeschossigen Betriebstrakt einer eingeschossigen Kesselhalle und einem niedrigen Turm. 

Es lieferte Energie für die benachbarte Maschinenzentralstation, die das Wasser in einem geschlossenen Kreislauf für den Antrieb von Winden auf alle benachbarten Speicher verteilte.

Von 1999 bis 2000 wurde das Gebäude nach Plänen der Architekten Gerkan, Marg und Partner (gmp) umgebaut und restauriert, wobei die verlorengegangenen Schornsteine durch Gitterkonstruktionen aus Stahl ersetzt wurden. Seitdem wird es für Büros und als Informationszentrum für die HafenCity mit Ausstellungs‐und Cafébereich genutzt. Es steht unter Denkmalschutz und ist Teil des Weltkulturerbes.

 

Die Aufgabe bestand zum einen aus der energetischen Sanierung des Dachgeschosses und zum anderen aus der  Umnutzung zu Büroflächen. Dazu sieht die vorliegende Planung zur Belichtung und Belüftung des Dachraumes Öffnungen zu allen freien Dachflächen des Dachraumes vor. 

Die 6 Gauben, jeweils zwei an den drei freien Gebäudeseiten, korrespondieren mit der bestehenden Fassadengliederung der unteren Geschosse. 

Sie sind schlicht und zurückhaltend detailliert und gliedern somit die große Dachfläche des Kesselhauses. 

Alle Gauben sind in Anlehnung an die historischen Bestandsöffnungen regelmäßig und einheitlich ausgeführt. Die Gaubenkonstruktion greift behutsam in das bestehende Dachtragwerkssystem ein, ohne die freistehende Haupttragkonstruktion und die historische äußere Dachform zu gefährden bzw. zu verändern.

Eine leicht hervorstehende Leibungsverkleidung als Sonnenschutz sowie ein niedriger Sockel, auf dem die Gauben stehen, sind die Details, die erst auf den zweiten Blick dem Betrachter auffallen könnten.

Bauherrenschaft: HHLA 1. Speicherstadt GmbH & Co. KG

Auftrag: Direktauftrag

Beauftragung: Leistungsphasen 2–9, Leistungsphasen 6–9 in Kooperation mit KKP Architekten 

 

Fotos: ©Archivfoto Staatsarchiv

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